Wenn das Leben dich ruft oder wohnst du oder lebst du schon?


 

 

Es gibt immer wieder Momente in unserem Leben, wo wir vom Leben gefragt werden, ob wir nun endlich anfangen wollen zu leben oder weiterhin unsere wertvolle Lebenszeit verschwenden wollen.

 

 

Bei dem einen ist es eine mittelschwere Depression, die vom Umfeld meist gar nicht erkannt wird, bei dem anderen ist es ein Beinbruch auf der Arbeit, noch bei einer anderen ist es vielleicht sogar schon Brustkrebs. Jeder von uns wird ständig vom Leben gefragt und irgendwann hört es auf, uns zu fragen. Und wir sterben.

 

 

Manchmal haben wir „Glück“ und diese Fragen des Lebens äußern sich nicht direkt in unserem Körper, sondern wir bekommen diese Fragen von außen. Wir werden öfter und öfter mit dem Thema TOD konfrontiert, indem scheinbar einer nach dem anderen in unserem Umfeld uns wegzusterben droht… Eine Beerdigung nach der nächsten, und irgendwann kann man einfach nicht anders und es kommen Gedanken in einem auf: „Das hätte ich sein können…“ Das löst ungeahnte, bis dahin mit größter Mühe verdrängte Ängste aus. Und das ist mehr als verständlich. Keiner will es wahrhaben, dass unser Dasein hier endlich ist. „Es ist bestimmt irgendwann, ich hab noch viel Zeit, mein Leben zu genießen“ denken wir.

 

 

Doch was ist, wenn es dem nicht so ist? Wenn mein eigenes Ableben doch nicht in 30, 40, 50 Jahren ist? Wenn ich doch nicht mehr so viel Zeit habe?

 

 

Die Angst, die da aufsteigt, ist nicht die vor dem Sterben an sich. Natürlich wünscht sich jeder von uns einen schnellen, schmerzlosen Tod, wenn es schon so weit ist. Dennoch. Die Angst ist da und zwar davor, dass wir bis dahin NICHT WIRKLICH GELEBT haben und schon gehen müssen.

 

 

Was heißt es eigentlich, wirklich zu leben?

 

 

Morgens sich aus dem Bett schleppen, sich mit einem heißen Kaffee dazu motivieren, auch mal richtig die Augen zu öffnen, dann im Büro sich bereits auf den Feierabend freuen. Zuhause angekommen, endlich, sich ein Gläschen Wein (oder mehr) oder ein Bier gönnen, Zeitung lesen, Fernsehen, ja, das ist Entspannung…

 

 

Doch ist das der Plan deiner Seele? Vorm Fernseher abhängen und/oder 8-10 Stunden vorm Computer hocken und in einen Bildschirm starren? Meinst du wirklich, dafür bist du auf die Erde gekommen?

 

 

Wenn sich das oben genannte für dich stets gut anfühlt, dann ist es auch richtig so. Dann brauchst du für dich auch keine weiteren Fragen stellen. Wenn nicht, wenn du doch immer wieder den Impuls verspürst, der dir sagt: „Das kann doch nicht alles gewesen sein.“ Dann höre zu. Höre deiner inneren Stimme zu. Vielleicht kommst du irgendwann in den Dialog mit ihr und hörst von deinen wahren Sehnsüchten, die dir meist in deiner Kindheit ausgeredet worden sind: „Damit kann man kein Geld verdienen, wie willst du das finanzieren, Schuster bleib bei deinen Leisten“, usw. Jede/r von uns trägt die Sehnsüchte seiner/ihrer Seele in sich. Nur lernen wir mit der Zeit, während unser Körper erwachsen wird, dass diese Sehnsüchte angeblich falsch sind. Dass es sich nicht lohnt, sogar schlecht ist, ihnen zu folgen. Und so verkümmert unsere Seele mit der Zeit.

 

 

Immer wieder gibt sie uns Hinweise, schickt uns schmerzvolle Erfahrungen. Denn nur durch den Schmerz werden wir etwas wacher aus der Trance, aus dem Traum, in dem wir leben. Der Schmerz hat die wunderbare Fähigkeit uns wachzurütteln. Endlich hinzuschauen. Ist das hier das Leben, wie ich es führen will? Kenne ich überhaupt meine Sehnsüchte? Bewege ich mich in die Richtung, diese erfüllen zu wollen?

 

 

Es geht im Leben nicht darum, Besitz anzuhäufen. Immer mehr zu besitzen. Sogar meine kleinen Kinder verstehen das schon, dass wir nichts, aber auch gar nichts mit ins Grab nehmen können von dem, was wir jetzt „besitzen“. Es ist uns alles nur geliehen, wir dürfen es nutzen und gut dafür sorgen. Doch in erster Linie dafür DANKBAR sein, was und wer uns alles umgibt.

 

Dankbarkeit scheint mir in heutiger Zeit ein Fremdwort geworden zu sein. Viele setzen es einfach voraus, dass sie ein RECHT darauf haben, dieses und jenes zu besitzen. Warum soll ich dafür dankbar sein, wenn ich es mir hart erarbeitet habe? Nun, es kann dir trotzdem jederzeit genommen werden. Aus unterschiedlichsten Gründen wie Feuer, Naturkatastrophen, Gesundheitskrisen usw. Erst wenn man sich der Endlichkeit der Dinge und des Lebens selbst bewusst wird, bekommt die Dankbarkeit einen Platz in uns. Und wenn wir uns bewusst machen, dass Dankbarkeit der erste Schritt zum Glück ist, dann sind wir auf dem guten Weg, glücklich zu werden.

 

  • Lebst du wirklich oder verschwendest du wertvolle Lebenszeit?

  • Bist du dankbar?

  • Kennst du die Sehnsüchte deiner Seele? (damit sind nicht die materiellen Sehnsüchte gemeint)

  • Wie erfüllst du dir diese Sehnsüchte?

 

Diese Fragen werden jedem von uns wieder (vielleicht noch mehrmals) gestellt werden. Ich hoffe jedenfalls, dass du nicht darauf wartest, bis dich deine Gesundheit (schlimmstenfalls Krebs) oder andere noch viel schmerzvollere Krisen erst dazu bringen müssen, sich diese Fragen zu stellen.

 

 

 

@ by Tatjana Enns